nachgefragt mit Sigmar Gabriel - Rückschau
erstellt am | nachgefragt-News
Der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel stellte sich am Donnerstag, den 9.12.2010 den Fragen der beiden Moderatoren Charlotte Saurbier und Adrian Furtwängler, ob im Segelboot oder an der Bar, redetauglich wie immer beantwortete er die kritischen Fragen.
Nach einem parteitagstauglichen Applaus beantwortete er den beiden Rotteck-Schülern teilweise kritisch, ironisch, aber auch durchaus interessiert, die Fragen. Vor allem bei der Frage nach seinem Lieblingsspitznamen, kam in ihm seine alte Berufung zum Vorschein. Er war Lehrer gewesen und belehrte die Oberstufenschüler über eine der Antwort Möglichkeiten, einen Vogel im Hartz.
Doch auch die Interviewer konnten dem Profi-Politiker noch ein paar neue Vorschläge für eine Bundestagsrede machen. Wenn er sich selber schon nach einem Vogel benennen würde, wie würde er denn dann Angela Merkel und Nicolas Sarkozy titeln. Offenbar ist der Gast, ein Tier Freund. „Susi und Strolch“ fand er durchaus amüsant. Höflich fragte er um Erlaubnis, dies in einer seiner Reden zitieren zu dürfen.
Doch auch bei noch so viel Tierliebe, scheint der SPD Politiker nicht immer an seine Angehörigen zu denken. Dem lieben Eisbären Knut, seinem Paten-Eisbären, schenkte er nichts zum fünften Geburtstag. Ein bisschen eisig scheint es in deren Beziehung wohl über die Jahre doch geworden zu sein.
Ins Eismeer brach unsere Kapitän der MS SPD jedoch nicht auf. Das „nachgefragt“-Team hatte zu seinen Ehren ein Segelboot auf der Bühne aufgebaut, leicht schwankend, wie es für den derzeitigen Kurs der SPD wohl passt. Immerhin ist unser Popstar ein begeisterter Hobby Segler, erfolgreich setzte er die Segel des Flagschiffs und lehnte die ihm angebotene Schwimmweste ab. Hoffentlich wird in näherer Zukunft die SPD einen sichereren Kurs finden, bevor unsere Star über Bord geht. Immerhin wurde er von den Moderatoren zum Kapitän gemacht, ob er denn als letzter das sinkende Schiff verlassen werde? Wieder kam der Lehrer zum Vorschein, diesmal mit einer Geschichtsstunde über die Anfangszeiten des großen Gabriel. Wie er als Revoluzzer auf dem Schiff der SPD anheuerte. Jedoch hatte er andere Meinungen über den Kurs, diskutierte und genau das gefiel ihm auf der MS SPD wohl so sehr. Das Diskutieren sei ein wichtiger Bestandteil für ihn und das sei schon immer so gewesen, auch als er noch ein kleiner Bootsjunge war.
Doch auch über politische Themen wie Thilo Sarrazin, Stuttgart 21, Oskar Lafontaine und die Parteiführung mit Andrea Nahles wurde auf dem Schiff diskutiert. Deutlich äußerte er seine Meinung gegenüber Sarrazin. Es sei richtig ihn aus der Partei zu werfen, von Bord eben. Mal sehen ob der eine Schwimmweste anhat und wieder auftauchen wird.
Stuttgart 21 könne man am von ihm aus „hochkant“ in die Stadt stellen. Selbstverständlich metaphorisch gemeint. Er wundert sich darüber, wie man um ein regionales Verkehrsprojekt derartig kämpfen kann, als könne man meinen es ginge um Leben und Tod.
Nachdem unsere Boot wieder angelegt hatte, ging es über die weiten Landungsbrücken in die Schenke nahe am Hafen, die AngreifBar. Der klassische Ort eines jeden „nachgefragt“ Gespräches, trinken, palavern und dabei noch Musik hören. Musik hören? Die regelmäßigen „nachgefragt“ Gäste werden sich fragen, seit wann dies denn so ist. Seitdem ein Popstar bei uns zu Gast ist, gut er hat vielleicht doch mehr mit Florian Silbereisen zu tun. Ein lustiges Stück spielte er uns auf dem Akkordeon vor, immerhin nach so vielen Jahren ohne Üben muss Herr Gabriel wirklich gelobt werden.
Doch neben Musik, Reden und Trinken muss an dieser etwas speziellen Bar noch einiges mehr passieren. Spiele sind da immer eine gute Abwechslung. Schließlich war unser Gast früher durchaus Schach begeistert. Er stimmte mit ein, in einem Lob das ihm häufig nachgesagt wird, er ist ein großartiger Stratege. Damals habe er schon fast immer gewonnen, mag aber auch durchaus an den schlechten Schachkünsten seines Freundes gelegen haben, gestand er ein.
Doch auch jeder noch so amüsante Abend in den Hafenschenken muss einmal vorbei sein. Sigmar Gabriel verließ die Hafengegend um weiter in unbekannte Gewässer zu schiffen. Doch ehe er in See stach, lud er noch das „nachgefragt“-Team ein. Sie könnten jeder Zeit auf ihrer MS Rotteck nach Berlin kommen.
Bericht von Philip Ebert, Joachim Treß und Silke Kaiser, Freiburg den 11.01.2011